Die Geschichte Buddhas
Der Buddhismus gehört wie auch der Hinduismus, das Judentum, das Christentum und der Islam zu den fünf Weltreligionen, der von Buddha im 5.Jahrhundert vor Christus gegründet wurde. Der Buddhismus hat sich im Laufe der Geschichte, ausgehend von seinem Ursprung im nördlichen Indien, in ganz Asien ausgebreitet.
Weltweit gibt es etwa 360 Millionen Buddhisten; das sind 6 % der Weltbevölkerung. Die Buddhisten wollen mit ihrer Lebensweise aus dem Kreislauf der Wiedergeburten erlöst werden und in das Nirwana eingehen, d.h. das Ende der Wiedergeburten und das Eingehen in das Ewige Nichts, welches für die Buddhisten das höchste Ziel ist.
Im Laufe der Zeit haben sich im Buddhismus verschiedene Richtungen entwickelt, die auch "Fahrzeuge" genannt werden, weil die Menschen durch solche Fahrzeuge den " Fluss der Werdewelt auf das andere Ufer hin überqueren" (Encarta 2003).
130 Millionen Buddhisten zählen zum Hinayana, dem so genannten kleinen Fahrzeug,
200 Millionen zum Mahayana, dem so genannten großen Fahrzeug, und 30 Millionen zum Vajarayana, dem diamantenen Fahrzeug.
Der Ursprung des Buddhismus
Gautama Siddharta (450-370 v. Chr.), der später den Namen Buddha erhielt, entstammte aus einem adligen Haus Nordindiens, in Kapilavastu. Seine Mutter Maya starb sieben Tage nach seiner Geburt, so dass ihn deren Schwester erzog. Sein Vater ist Stammesfürst des Volkes der Shakyas. Siddharta wird im Alter von 16 Jahren mit Yashodra vermählt, die zusammen im Palast seines Vaters lebten.
Als Siddharta eine Ausfahrt aus dem Palast machte, entdeckte er einen alten, kranken Mann und beginnt alsbald nach der Sinnhaftigkeit der menschlichen Existenz zu fragen. Als er sich dann eines Tages der Realität des Lebens und dem Leiden der Menschheit gegenüber gestellt sah, entschloss er sich nach der Aufhebung des Leidens zu suchen und den Weg aus dem allgemeinen Leid zu finden. Mit 29 Jahren, nach der Geburt seines einzigen Sohnes Rahula, verließ er sein Königreich und wurde, auf der Suche nach dieser Erfüllung, ein Asket. Sechs Jahre lang lebte er als strenger Asket , gab aber diese Lebensweise auf, da sie ihn nicht zur Befreiung führte.
Mit 35 Jahren erlebte er die Erleuchtung, während er unter dem Boddhibaum (=ein Feigenbaum), nahe dem Fluss bei Gaya meditierte. Heute wird dieser Boddhibaum als Baum der Weisheit verehrt. Er sah den ewigen Kreislauf von Geburt, Wachsen, Verfall und Tod.
Nach mehrwöchiger Meditation entwickelte er die Lehre (Dharma), die es ermöglicht, dem Leiden ein Ende zu setzten und Befreiung zu finden. Vor fünf Mönchen hält er dann seine erste Predigt in Benares - auch buddhistische Bergpredigt genannt -, in der er den Kern seiner Erleuchtung in der Lehre von den "Vier edlen Wahrheiten" zusammenfasst und als
Lebensweg einen mittleren Weg in der Balance zwischen ausschweifendem Leben in Luxus und streng enthaltsamen Leben empfiehlt. In den folgenden 45 Jahren zog Buddha durch Nordindien und predigte seine neue Lehre (Dharma); er wirkt als geistlicher Lehrer, predigt in Bildern und Gleichnissen und versammelt immer mehr Jünger um sich herum, die sich äußerlich durch einen geschorenen Kopf und das Tragen eines gelben Gewandes auszeichneten. Daneben gründet Buddha den Sangha, einen buddhistischen Mönchs- und Nonnenorden. Im Alter von 80 Jahren starb Buddha bei Kushinagari im Land der Mallas.
Buddha lehnte bedeutende Aspekte des Hinduismus ab, z.B. war er gegen den Opferkult. Außerdem war er strikt gegen die strenge Kastenordnung des Hinduismus, da sich für ihn der Wert eines Menschen nicht nach seinem sozialen Stand richtete.
Zur Verdeutlichung der besonderen Bedeutung von Stifterperönlichkeiten wird, wie auch sonst in der Religionsgeschichte, jede einzelne Station im Leben Siddhartas phantasiereich ausgemalt und mit Motiven angereichert. Ein Beispiel hierzu zeigt die Erzählung über das Erwachen bzw. die Erleuchtung, die mit den Erzählungen über die Versuchung durch Mara, einem Dämon, der sich dem Erwachen des meditierenden Siddharta in den Weg stellt, ausgeschmückt wird.